Scrum Rollen

Das Agile Manifest stellt fest, dass Individuen und Interaktion wichtiger sind als Prozess und Werkzeuge. Deshalb müssen die Beteiligten eines Projektes eng zusammenarbeiten. Typischerweise arbeitet ein Project Owner mit einem Team zusammen. Jedes Team hat einen Scrum Master, und jeder Scrum Master betreut ein Team.

Bei Scrum gibt es drei klar getrennte Rollen, die von Mitarbeitern ausgeführt werden, die beim gleichen Projekt zusammen arbeiten und damit auch das gleiche Ziel haben. Damit jeder für das, was er kann, zuständig und verantwortlich ist, werden die Zuständigkeiten wie folgt aufgeteilt:

Rolle Aufgabe
Product Owner Der Product Owner legt das gemeinsame Ziel fest, das das Team erreichen muss. Er stellt das Budget zur Verfügung. Er setzt regelmäßig die Prioritäten der einzelnen Product-Backlog-Elemente. Dadurch legt er fest, welche die wichtigsten Features sind, aus denen das Entwicklungsteam eine Auswahl für den nächsten Sprint trifft.
Team Das Team schätzt die Aufwände der einzelnen Backlog Elemente ab, und beginnt mit der Implementierung der für den nächsten Sprint machbaren Elemente. Dazu wird vor dem Beginn des Sprints ein weiteres Planungstreffen durchgeführt, bei dem die höchst priorisierten Elemente des Backlogs und konkrete Aufgaben aufgeteilt werden. Das Team arbeitet selbstorganisiert im Rahmen einer Time Box (dem Sprint), und hat das Recht (und die Pflicht), selbst zu entscheiden, wieviele Elemente des Backlogs nach dem nächsten Sprint erreicht werden müssen, man spricht dabei von commitments.
Scrum Master Der Scrum Master hat die Aufgabe, die Prozesse der Entwicklung und Planung durchzuführen und die Aufteilung der Rollen und Rechte zu überwachen. Er hält die Transparenz während der gesamten Entwicklung aufrecht, und fördert das Zu-Tage-Treten der bestehenden Verbesserungspotentiale. Der Scrum Master ist keinesfalls für die Kommunikation zwischen Team und Product Owner verantwortlich, da diese direkt miteinander kommunizieren. Er steht dem Team zur Seite, ist aber weder Product Owner noch Teil des Teams. Der Scrum Master sorgt mit allen Mitteln dafür, dass das Team produktiv ist, also die Arbeitsbedingungen stimmen und die Teammitglieder zufrieden sind.
Tabelle ähnlich [Quelle – Wikipedia]

Bei der Rollenaufteilung wurde berücksichtigt, dass das Team sich selbst organisiert. Der Product Owner gibt nicht vor, welches Teammitglied wann was macht und wem zuarbeitet. Bei Scrum wird von der Annahme ausgegangen, dass das Team sich intuitiv selbst organisiert, und zu jeder Aufgabe dynamisch eine optimale innere Organisationsstruktur bildet, die sich relativ schnell an die sich wandelnden komplexen Aufgaben anpasst. Der Scrum Master hat die Pflicht, darauf zu achten, dass der Product Owner nicht in diesen adaptiven Selbstorganisationsprozess eingreift und das Team stört oder Verantwortlichkeiten an sich nimmt, die ihm nicht zustehen.

Die richtige Besetzung der Rollen für den erfolgreichen Einsatz von Scrum ist grundlegend. Durch die Nichteinhaltung und fehlerhafte Besetzung der Rollen entstehen häufig Probleme im Projekt.

In Scrum gibt es keinen klassischen Projektleiter. Seine traditionellen Projektmanagementaufgaben werden in Scrum nach folgender Tabelle auf die genannten Rollen aufgeteilt.

Verteilung der Projekmanagementaufgaben

Aufgabenbereich Scrum-Rollen
Scope-Management Product Owner für die ProduktversionTeam für die Sprints
Zeitmanagement Product Owner für den Releaseplan

Team für das Sprint Backlog

Kostenmanagement Product Owner
Kommunikationsmanagement Product Owner für das Release-Reporting

Team für die Berichterstattung im Sprint

Risikomanagement Product Owner mit Input vom Team
Qualitätsmanagement Product Owner für die Produktleistungsmerkmale

Team für qualitätssichernde Maßnahmen

Scrum Master für die richtige Anwendung der Prozesse

Lieferantenmanagement Product Owner und Team
Personalmangement Management für die Bereitstellung der Mitarbeiter
Team für Produktivität und kontinuierliche Prozessverbesserung

Tabelle aus [Scrum – Agiles Projektmanagement erfolgreich einsetzen; Pichler, Roman; dpunkt.verlag 2008]

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